Wird die Menschheit jemals eine Antwort erhalten?
Welchen Sinn machen dann überhaupt derartige Botschaften?

   

Allerdings sollte man in Anbetracht der großen Entfernung zu Messier 13 und der relativ langsamen Geschwindigkeit der Botschaft nicht unbedingt mit Furcht (oder auch mit Freude) auf eine baldige Antwort warten. Denn eine Antwort auf unsere Botschaft (sofern sie von einem dortigem Planeten ausgehen würde) können wir frühestens in 46 000 Jahren erwarten.

Es ist überaus fraglich, ob es die menschliche Zivilisation in 46 000 Jahren überhaupt noch geben wird - zumindest nicht in der Form, die wir heute kennen. Man muß auch bedenken, daß der Mensch langfristig gesehen - oder sollten wir aus geologischer bzw. astronomischer Sichtweise lieber sagen: sehr kurzfristig gesehen - auf dem besten Wege ist, sich selbst zu vernichten.

Ich bin der Geist, der stets verneint!
Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,
Ist wert, daß es zugrunde geht;
Drum besser wär's, daß nichts entstünde.
So ist denn alles, was ihr Sünde,
Zerstörung, kurz das Böse nennt,
Mein eigentliches Element.
MEPHISTOPHELES in Faust Teil I
Johann Wolfang von Goethe (1808)

Mit dieser Betrachtungsweise gesehen finde ich es noch viel sinnvoller, Zeugen unseres Daseins (oder unseres Dagewesenseins?) in den Weltraum hinauszusenden - sei es nun als Radiobotschaft, oder auch nur als Bild- und Tonplatten an Bord der Voyager-Raumsonden.

Letztere haben eine noch viel längere Lebensdauer als unser Arecibo-Radiosignal: Sie werden die auf ihnen gespeicherten Informationen noch in einer halben Milliarde Jahren beinhalten, und somit eventuell einmal einer anderen Kultur Zeugnis darüber geben, daß es uns einst gab. Denn in 500 Millionen Jahren wird es unsere Menschheit garantiert nicht mehr geben. Allenfalls sehr von uns unterschieden, ja so sehr sogar, daß wir unsere Nachkommen (sofern es sie denn überhaupt geben wird) garantiert nicht wiedererkennen würden.
Denn wenn man paläontologische Überlegungen zu unserer Erdgeschichte, und dann bezüglich unserer eigenen Geschichte anstellt, so scheint dies gewiß.

Doch nun genug dieser trübsinnigen Überlegungen!
Kommen wir nun endlich zu dem Empfang unserer Botschaft!

   

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